Die Regierungsspitzen und -vertretungen der IBK haben sich Ende Juni in Horgen zu ihrem jährlichen Strategiegespräch getroffen. Im Mittelpunkt stand der Schutz des Bodensees vor der weiteren Einschleppung und Verbreitung invasiver Arten.
Die IBK beauftragte die Internationale Schifffahrtskommission für den Bodensee (ISKB) und die IBK-Kommission Umwelt, die nächsten Schritte für eine mögliche Schiffsmelde- und -reinigungspflicht im Einzugsgebiet des Bodensees vorzubereiten. Vorbehaltlich der Ergebnisse der noch ausstehenden Studie zu Neobiota sollen die beiden Gremien gemeinsam einen Vorschlag zur Anpassung der Bodensee-Schifffahrts-Ordnung ausarbeiten. Zudem sollen die notwendigen rechtlichen Anpassungen in den jeweiligen Zuständigkeitsbereichen abgeklärt werden.
„Invasive Arten machen nicht an Grenzen halt. Deshalb braucht es beim Schutz des Bodensees ein abgestimmtes Vorgehen der Länder und Kantone. Mit dem heutigen Auftrag schafft die IBK die Grundlage, um eine mögliche gemeinsame Regelung sorgfältig und praxisnah vorzubereiten", sagte der aktuelle IBK-Vorsitzende und Zürcher Regierungsrat Ernst Stocker.
Hintergrund ist die zunehmende Ausbreitung aquatischer Neobiota im Bodenseeraum. Arten wie die Quaggamuschel können das Ökosystem des Sees erheblich beeinträchtigen und Auswirkungen auf Trinkwasserversorgung, Fischerei, Schifffahrt, Badebetrieb und Infrastruktur haben. Boote, die zwischen Gewässern wechseln, sowie nautische Veranstaltungen gelten dabei als mögliche Wege der Verschleppung.
Zukunftsfragen im Dialog mit der Jugend
Ein weiterer Schwerpunkt des Strategiegesprächs war der Zukunftsprozess IBK 2050. Die Ergebnisse der IBK-Jugendkonferenz vom Mai wurden im Kreis der Regierungschefinnen und Regierungschefs diskutiert. Dabei zeigte sich: Junge Menschen setzen eigene Akzente, wenn sie über die grenzüberschreitende Nachbarschaft von morgen sprechen. Themen wie Frieden, regionale Identität sowie Räume für konstruktiven Disput und gemeinsames Weiterdenken standen aus ihrer Sicht im Vordergrund.
Die Regierungschefinnen und Regierungschefs ergänzten diese Perspektiven um weitere Zukunftsfragen: Wie kann die Vierländerregion ihren Wohlstand sichern? Wie geht sie mit demografischen Veränderungen um? Welche Rolle spielen Bildung, kritisches Denken, wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit sowie die Sichtbarkeit und Handlungsfähigkeit der Bodenseeregion als starke europäische Region? Ziel ist es nun, diese unterschiedlichen Perspektiven weiter miteinander zu vernetzen.
IBK bereitet nächste Strategieperiode vor
Auch die strategische Weiterentwicklung der IBK war Thema des Treffens. Die Vorbereitungen für die nächste IBK-Strategie für die Jahre 2028 bis 2032 haben begonnen. Sie soll an die bisherigen Arbeitsschwerpunkte anknüpfen und zugleich neue Herausforderungen für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Bodenseeregion aufnehmen.
Dialog mit der nationalen Ebene fortsetzen
Darüber hinaus befassten sich die Regierungschefinnen und Regierungschefs mit der geplanten Delegationsreise nach Bern im November dieses Jahres. Damit setzt die IBK ihren Dialog mit den nationalen Ebenen fort und bringt die Anliegen der Vierländerregion Bodensee auch dort ein, wo wichtige Rahmenbedingungen für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit gesetzt werden.