Wie gelingt freiwilliges Engagement in Kulturorganisationen unter heutigen Bedingungen? Und welche professionellen Strukturen braucht es, damit Ehrenamt wirksam, nachhaltig und attraktiv bleibt? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des IBK-Kulturforums, das am 10. Juni 2026 im Eisenwerk in Frauenfeld stattfand. Das Kulturforum der IBK brachte Fachpersonen, Kulturverantwortliche, Vereinsvertretende und Interessierte aus der Vierländerregion Bodensee zusammen.
Freiwillige als Impulsgeber und tragende Kräfte
In Praxisbeispielen, Podiumsgesprächen und Diskussionsrunden wurde deutlich: Viele Kulturorganisationen sind auf freiwilliges Engagement angewiesen – nicht nur als helfende Hände, sondern auch als Impulsgeber, als Multiplikatoren in die Gesellschaft und als tragende Kräfte im kulturellen Leben.
In ihrem Grußwort betonte Regierungsrätin Denise Neuweiler, Chefin des Departementes für Erziehung und Kultur des Kantons Thurgau, die gesellschaftliche Bedeutung freiwilligen Engagements. Freiwilligenarbeit stifte Identität, stärke den Zusammenhalt und sei in vielen Bereichen – von Sport über Kultur bis zum sozialen Engagement – unverzichtbar.
Ehrenamt braucht verlässliche Strukturen
Gleichzeitig zeigte das Kulturforum, dass freiwilliges Engagement nicht selbstverständlich ist. Viele Kulturvereine und -institutionen stehen vor der Herausforderung, genügend Menschen für regelmässige Mitarbeit zu gewinnen. Auch werden manche Aufgaben zunehmend komplexer und sind im reinen Ehrenamt kaum mehr zu leisten.
Ein zentraler Eindruck des Forums lautete deshalb: Es braucht kein Entweder-oder zwischen Ehrenamt und Professionalisierung – es braucht beides. Ehrenamt braucht heute auch Hauptamt, um gute Bedingungen, Koordination und Kontinuität zu ermöglichen.
Das IBK-Kulturforum 2026 wurde vom Kulturamt des Kantons Thurgau organisiert. Die zehn Mitglieder der IBK wechseln sich in der Durchführung des biennal ausgerichteten Kulturforums ab. Es bietet der Kulturszene der Vierländerregion Bodensee eine Plattform für Austausch, Vernetzung und gemeinsame Reflexion aktueller Herausforderungen.