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Grenzüberschreitender Austausch für wirksamen Moorschutz

Wie können Moorböden geschützt, schonend bewirtschaftet und zugleich für den Klimaschutz und den Wasserrückhalt genutzt werden? Rund 30 Fachpersonen aus Deutschland, der Schweiz und Vorarlberg informierten sich bei einer länderübergreifenden IBK-Exkursion im Allgäu über erfolgreiche Renaturierungsprojekte und deren Finanzierung.

Die Arbeitsgruppe Landwirtschaft und Umweltschutz der IBK-Kommission Umwelt beschäftigt sich mit den Folgen des Klimawandels für Böden, Gewässer und Landwirtschaft. Am 8. Juli 2026 führte eine von der Gruppe organisierte Fachexkursion ins Allgäu. Im Mittelpunkt standen Moorböden, deren Renaturierung und schonende Bewirtschaftung sowie die öffentliche Förderung entsprechender Maßnahmen.

Organisiert wurde die Exkursion vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kempten. Teilgenommen haben rund 30 Fachpersonen aus Verwaltungen der Bodenseeregion, die unter anderem in den Bereichen Förderung, Renaturierung, Hochwasserschutz und Moorbodenschutz tätig sind. 


Von Erfahrungen aus der Praxis lernen 

Im Allgäu bestehen langjährige Erfahrungen mit der Bewirtschaftung und Wiedervernässung von Moorflächen. Nasses Grünland wird in vielen Gebieten traditionell als Streuwiese genutzt. Charakteristisch für diese extensive Bewirtschaftungsform ist eine einmalige, späte Mahd. Dadurch bleiben die Flächen offen und bieten Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.
Darüber hinaus leisten Projekte wie die Allgäuer Moorallianz und der Landschaftspflegeverband Oberallgäu Pionierarbeit bei der Wiedervernässung von Flächen. Ein wichtiger Erfolgsfaktor ist dabei die freiwillige Mitwirkung der Grundstückseigentümerinnen und Grundstückseigentümer. Die Maßnahmen werden durch staatliche Förderprogramme unterstützt.

„Die Kolleginnen und Kollegen aus dem Bodenseeraum blicken mit Interesse auf die guten Möglichkeiten, die uns das Bayerische Moorschutzprogramm, die Landschaftspflegerichtlinie und die starke regionale Partnerschaft zwischen Landwirtschaft und Naturschutz bieten", so Dr. Michael Honisch, Bereichsleiter AELF Kempten und Mitglied der AG Landwirtschaft und Umweltschutz der IBK, der als Initiator der Exkursion die internationalen Gäste begrüßte.


Moore als Speicher für Wasser und Kohlenstoff

Zum Auftakt im Grünen Zentrum Immenstadt erläuterte Klima- und Moorbodenberater Georg Ott die Bedeutung der Moore im Allgäu. Die Renaturierung von Moorflächen könne eine große Wirkung entfalten: Intakte und wiedervernässte Moore binden Kohlenstoff, speichern Wasser für Trockenphasen und leisten einen Beitrag zum Hochwasserschutz.

Thorsten Metke stellte das Klimawandelanpassungskonzept des Landkreises Oberallgäu vor. Auch darin ist der Moorschutz ein wichtiger Baustein, um die besonders empfindlichen Landschaftsräume auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten. Anschließend besichtigten die Teilnehmenden die Renaturierungsprojekte im Tiefenberger Moor und an der Konstanzer Ach. Die Beispiele zeigten anschaulich, wie Naturschutz, Landwirtschaft, Wasserwirtschaft und öffentliche Förderung zusammenspielen können.


Wissen für die Vierländerregion nutzen 

Die Exkursion bot den Fachpersonen aus der Bodenseeregion die Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen und erfolgreiche Ansätze aus dem Allgäu kennenzulernen. Im Mittelpunkt stand dabei auch die Frage, welche Elemente auf andere Regionen übertragen werden können.
Die Arbeitsgruppe Landwirtschaft und Umweltschutz ist Teil der IBK-Kommission Umwelt. Sie befasst sich mit den engen Zusammenhängen zwischen Landbewirtschaftung, Boden-, Luft- und Gewässerschutz. Weitere Arbeitsschwerpunkte sind PFAS, Mikroplastik und der schonende Umgang mit der Ressource Wasser.
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